Die Aufgabe bestand in der Planung eines Wohnhauses für eine Familie mit 4 Kindern in ausreichender Größe auf einem großzügigen Grundstück.

Das Grundstück liegt in der „Waldstadt“ in Karlsruhe - eine Wohnsiedlung aus den 60iger Jahren, die vollständig in einen Kiefernwald integriert ist. Die direkte Umgebung ist geprägt von Kiefern, großen Grundstücken und heterogenen Einfamilienhäusern.

 

Das Konzept sieht eine „akzentuierte Beziehung“ des bearbeiteten architektonischen Raumes/ Masse (Wohnhaus) mit dem offenen, natürlichen Raum (Kiefern/ Garten) vor. Vorbild ist die Beobachtung dieser „akzentuierten Beziehung“ bei Steinbrüchen und sich „auflösenden Gebäuden“. Entsprechend dieser selbstverständlichen Raumprozesse wird eine monolithische, architektonische Masse substrahiert. Dabei entstehen offene Zwischenraumbereiche (Loggia/ Terrasse und Eingangsbereich) - diese Zwischenraumbereiche setzen sich im Innenraum fort. Es entsteht ein wechselseitiger Raumfluss von aussen und innen. Durch die Transformation eines alltäglichen Prinzips wird das Wechselspiel von Masse und Raum - insbesondere Raum als weggenommene Masse wahrnehmbar.

Die merkwürdige Verschränkung des ursprünglich isolierten Objektes mit dem landschaftlichen Umraum wird spürbar.

Die tatsächliche Form des Gebäudes ist aus den individuellen Anforderungen und Zuordnung der Funktionsbereiche, aus der Konstruktion und aus der Belichtung entwickelt.

Durch die Form des Gebäudes wie z.B. durch die Überdachungen der Loggienbereiche wird der Lichteinfall im Tages- und Jahresverlauf gesteuert. In den Übergangszeiten Herbst und Frühjahr mit niedrigen Sonnenständen scheint die Sonne in die Wohnbereiche. Im Sommer wird die Sonneneinwirkung durch die Baukörperstuktur von den Innenräumen ferngehalten - auf Sonnenschutz und Kühlung kann verzichtet werden.


Wohnhaus Schlüter/ Karlsruhe

in zusammenarbeit mit W.Ziser, Karlsruhe

Bauherren: Theo und Insa Schlüter

2003


status: 02/2009