Die Werkstatt Frankfurt verlegt ihr Recyclinzentrum auf eine Liegenschaft im Westen von Frankfurt. Dort befinden sich alte Gewerbehallen, ein weitläufiger Hof und ein Verwaltungsgebäude aus den 60iger Jahren. Die Aufgabe bestand zunächst in der Gliederung der Gesamtanlage und in der Entwicklung eines optimierten Funktionsschemas für die komplexen Entsorgungseinheiten des Recyclingzentrums. Dies war mit möglichst geringem Kostenaufwand im Bestand unterzubringen. Das Kernstück der Anlage ist eine alte Halle (Stahlkonstruktion), in der in großen Bereichen die Weiß- und Braungeräte-Entsorgung mit den notwendigen Anliefer und Containerbereichen untergebracht werden. Diese Halle wird mit einfachen Mitteln auf den Stand zeitgemäßer technischer Anforderungen gebracht und erweitert. Arrondiert wird die Anlage durch zwei Kopfbauten, die in Massivbauweise erstellt wurden - diese "Kopfbauten" sind die Eingänge der Anlage: Das Sozialgebäude mit Umkleiden und Aufenthalt ist der Eingang Personen/ die Laderampe ist der Eingang für die Güter bzw. für die zu entsorgenden Materialien. Trotz der großen Einschränkungen durch die bestehende Gewerbehalle und den hohen Kostendruck ist das Gebäude durch ein bildnerisches Konzept geprägt.
Die Kopfbauten erscheinen als Boxen/ Quader mit Stanzungen und Rücksprüngen entsprechend der verschiedenen Nutzungsanforderungen, die eine plastische Prä-senz und bildhafte Wiedererkennbarkeit schaffen. Dies entspricht der subtilen Assoziation dieser Kopfbauten mit der Struktur von technischen Geräten (die darin zerlegt, repariert und entsorgt werden). Außen ist die Anlage geprägt von der dunkelgrauen Putzfassade der Kopfbauten und den schwarzgrauen Trapezblechen der längsseitigen Vordächer der zentralen Montagehalle. Diese Farbigkeit bildet einen ruhigen, strengen Hintergrund für die vielfältige Eigendynamik der Montage und Lagerung der Recyclingobjekte in Gitterboxen und Containern im Außenbereich unmittelbar vor dem Gebäude. Im Innern wird die dunkle Farbigkeit des Äußeren kontrastiert von hellen Farben und einer „lichten“ Raumatmosphäre. Auch hier wird der architektonische Raum überlagert von der Montage und Lagerung der Recyclingobjekte.
Nach der Fertigstellung des Recyclingzentrums bietet die Gesamtanlage auf dem Grundstück weiteres Potential für ergänzende bauliche Strukturen.

 


Recyclingzentrum Frankfurt/ Lärchenstrasse 131, Frankfurt/ M.

Bauherr: Werkstatt Frankfurt e.V.

2003


status: 02/2009